Durch bessere Mitarbeitermotivation zu mehr Umsatz

Warum Führungskräfte Unternehmenswerte vorleben sollten:

Ein guter Chef begeistert seine Mitarbeiter

Beitrag von Motivationstrainer Dirk Schmidt

 

In Deutschland gibt es Statistiken zufolge etwa 5 Prozent Führungskräfte. Was Statistiken aber nicht sagen, ist, wie viele von diesen 5 Prozent tatsächlich gute Führungskräfte sind, die ihre Mitarbeiter motivieren und Erfolgsmotor für Ihr Unternehmen sind. In der Theorie sind Glaubwürdigkeit und Begeisterungsfähigkeit die wichtigsten Führungsprinzipien, gefolgt von Entschlusskraft und Konsequenz, wie Umfragen ergeben haben. Doch wie viel Praxis steckt in dieser Theorie? Die meisten großen Wirtschaftsunternehmen in Deutschland führen zur Qualitätssicherung auch Mitarbeiterbefragungen durch. Aber wie viele der Ergebnisse werden positiv genutzt?

Letztlich sind in Deutschland nur wenige Prozent der Mitarbeiter rundum zufrieden mit Ihrer Arbeit. Neben Befindlichkeiten und anderen Gründen, spielt hier auch zu einem großen Anteil die Unzufriedenheit mit dem Chef herein. Mitarbeiter fühlen sich oft vernachlässigt und nicht in Prozesse eingebunden. Das, was Arbeitnehmern mit am meisten fehlt, ist das Vorleben der Unternehmenswerte durch die Führungskräfte. Jetzt könnten Führungskräfte sagen: „Wieso vorleben? Ich bin doch der Chef. Hier wird gemacht, was ich sage!“. Genau mit dieser Aussage lebt er schon vor, was er eben nicht will: fehlende Motivierung! Viele Führungskräfte sagen also Dinge, leben aber etwas anderes vor. Woran sollen sich die Mitarbeiter dann orientieren? Wir werden alle gemessen an dem, was wir tun. Es darf nicht sein, dass die Oberen Wasser predigen und Wein trinken.

Jede gute Führungskraft sollte also in sich gehen und überlegen, welche Werte sie den Mitarbeitern vorleben möchte. Existieren überhaupt Unternehmenswerte bzw. Leitlinien im Unternehmen? Diese Fragen sollten und müssen wir uns stellen, damit wir klare und konkrete Antworten bekommen, nach denen wir unser Unternehmen oder Team leiten und führen können. Die klare Formulierung von Zielen des Unternehmens und die Pflege und Fortentwicklung einer Firmenphilosophie erleichtern und befördern eine Identifikation mit

dem Unternehmen und seinen Interessen. Gerade in schwierigen Phasen, bei Herausforderungen ist es enorm wichtig, die Vorbildfunktion zu leben. Da ist es in der Wirtschaft nicht anders als im Sport. Würde Fußball-Bundestrainer Joachim Löw sich gehen lassen, nicht zum Training erscheinen oder nur halb bei der Sache sein, würde die deutsche Nationalmannschaft schon lange keine Rolle mehr im Weltfußball spielen. Genauso ist es als Chef: der Trainergedanke darf nicht aus den Augen verloren werden – Trainer = Vorbild. Ein guter Trainer begeistert sein Team und spornt zu Spitzenleistungen an. Er fordert, fördert und entwickelt seine Mitarbeiter bzw. sein Team. Er ist kein Zwergen-Macher, sondern ein Riesen-Produzent.

Begeisterung hat auch nichts mit Fachwissen zu tun. Auch wenn dies viele Unternehmen in Deutschland glauben. Das Fachwissen ist die Basis, auf der wir aufbauen. Es bringt uns aber wenig voran, wenn wir viele „Fachidiotien“ mit tollen Zeugnissen haben, die in der Praxis aber nichts verkaufen und ein eingeschlafenes Team beaufsichtigen. Ein Punkt, der viele Jahre sträflich vernachlässigt wurde, war, gezielt in die innere Einstellung der Führungskräfte und Mitarbeiter zu investieren. Gewonnen wird im Kopf! Zunächst kommt der Gedanke, darauf folgen das Wort, die Handlung, das Verhalten und die Gewohnheit. Nur wenn an der oberen Kette richtig angefangen wurde, steht am Ende auch Erfolg. Wenn nicht oben angesetzt wird, kommt unten ein anderes Ergebnis heraus. Beim Fachwissen wurde immer auf der Verhaltensebene angesetzt. Ein suboptimaler Ansatz, wie sich immer wieder gezeigt hat.

Im Zuge der Globalisierung werden loyale Mitarbeiter immer wichtiger. Doch um zu erreichen, dass die Mitarbeiter gern in die Firma kommen und Spaß an der Arbeit haben, somit leistungsfähiger sind, reicht es nicht, eine neue Kaffeemaschine zu kaufen und das Gehalt etwas zu erhöhen. Nur zielgerichtete, gut organisierte, kommunikationsfähige und synergetisch arbeitende Belegschaften werden in der Zukunft erfolgreich sein. Fehlen in diesem Zusammenhang Anerkennung und Lob sowie die Fähigkeit, diese adäquat vermitteln zu können, gehen wichtige Ressourcen und Potenziale verloren. Zufriedene und damit aus sich heraus motivierte und leistungsfähige Beschäftigte sind für Unternehmen ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Den Zusammenhang von Engagement und Geschäftserfolg untermauern zahlreiche Studien. Durch vernachlässigte Investitionen im Personalmanagement ergeben sich in den meisten Unternehmen Missstände: Frustrierte Mitarbeiter wandern ab oder die Arbeitsqualität mindert sind durch mangelnde Motivation. Nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Perspektive sollten daher Mitarbeiterbindung und -motivation oberste Priorität haben.

Mitarbeitermotivation beruht in erster Linie auf der Fähigkeit, Menschen für Ziele zu gewinnen. Professionelle und werteorientierte Führungskräfte sollten zuerst auf den Arbeitnehmer und dann auf die Aufgaben schauen, die zu erledigen sind. Decken sich deren eigene Ziele mit denen des Unternehmens, dann ist die Chance auf ein begeistertes und zielorientiertes Team groß. Dementsprechend sollte man konkrete und realistische Ziele mit den einzelnen Beschäftigten vereinbaren. Wichtig ist, dass die Unternehmensziele erreichbar sind und nicht über-, aber auch nicht unterfordern, denn nur dann ist die Bereitschaft vorhanden, ein Projekt motiviert anzugehen. Die Folge ist, dass selbstmotivierte Mitarbeiter die Herausforderungen im Job besser erkennen, eigenverantwortlich handeln und ihre Spielräume selbstständig nutzen. Dies spart den Führungskräften viel Energie und Geld für Kontrolle und Aufrechterhaltung eines Arbeitsdrucks.

Wer von seinen Arbeitnehmern in Krisenzeiten Einschränkungen und Verzicht auf Boni einfordert, selbst aber das Gegenteil vorlebt, hat als Führungskraft versagt. Eine Führungskraft ist immer ein Vorbild für die Mitarbeiter. Dabei kommt es nicht nur darauf an, was sie sagt und wie sie es sagt, sondern vor allen Dingen, ob sie entsprechend handelt. Werden sie vom Vorstand gelobt? Dann loben sie auch Ihr Mitarbeiter persönlich und zeitnah und erkennen Ihre Leistung an. Oft ist ein freundliches, anerkennendes Wort oder das Lächeln des Chefs mehr wert als eine Geldprämie. Und das Selbstwertgefühl wird gesteigert! Definieren sie klar Entwicklungsmöglichkeiten und spornen sie somit ihre Mitarbeiter an. Bieten sie eine Auswahl an beruflichen und persönlichen Weiterentwicklungsmaßnahmen. Seien sie erreichbar für ihr Team und verschanzen sie sich nicht hinter Meetings und Vorstandsetagen. Bleiben sie authentisch, menschlich! Das schafft eine solide Vertrauensbasis zwischen Management und Arbeitnehmern. Informieren sie transparent über Strategien, Visionen und Zielsetzungen und verdeutlichen sie dem Einzelnen seine Rolle bei der Zielerreichung. Kommunikation und Vertrauen haben oberste Priorität. Entwickeln sie ein Feedback- und Vorschlagkultur, in der Ideen und Vorschläge von Mitarbeitern erwünscht sind und in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Legen sie Wert auf die Meinung und das Feedback ihrer Mitarbeiter.

Wer erfolgreich ein Unternehmen oder ein Team führen will, muss überdurchschnittliche Aktivitäten zur Mitarbeitermotivation und -bindung unternehmen und Werteorientierung vorleben!  Es muss sich jeden Tag neu die Frage gestellt werden, ob wir uns in unserer Führungsaufgabe auf einem guten Weg befinden. Führungsqualität wird sichtbar, wenn wir die Herzen der Mitarbeiter erreichen. Führungskunst schafft es, den Bedürfnissen des Unternehmens und denen der Menschen gerecht zu werden. Führungspersonen gehen den gleichen Weg wie ihre Mitarbeiter, nur gehen sie eben voran. Wer andere Personen nicht auch menschlich überzeugen und begeistern kann, dem nützen die besten Fachkenntnisse wenig. Die einzige Führungskompetenz, die wirklich zählt, ist die, die Ihnen Ihre Leute freiwillig und mit vollem Bewusstsein einräumen.

6 Tipps zum werteorientierten Führen:

Werteorientierte Führungskräfte wissen, wie sie ihre Mitarbeiter ermutigen und damit indirekt auch motivieren:

  • Sie interessieren sich für die Arbeit ihrer Mitarbeiter
  • Sie mögen ihre Beschäftigten
  • Sie sind dankbar
  • Sie loben ihre Mitarbeiter
  • Sie überraschen
  • Sie fördern den Teamgeist

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